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Wortbrücke zum 6. Sonntag nach Trinitatis (12. Juli 2026)
Recht und Gesetz
Im Predigttext für diesen Sonntag geht es um den Bund Gottes mit dem Volk Israel. Im Buch Deuteronomium, dem 5. Buch Mose, steht dazu (7,12):
„Und wenn ihr diese Rechte hört und sie haltet und
danach tut, so wird der Herr, dein Gott, auch halten
den Bund und die Barmherzigkeit, wie er deinen Vätern
geschworen hat.“
Gebote, Gesetze und Rechte gilt es zu halten, damit Gott seinerseits den Bund und sein Versprechen hält. Das mutet wie ein Vertrag an, bei dem sich beide Seiten zur Einhaltung von Bedingungen verpflichten. Beim Bund Gottes mit den Menschen hoffen wir, dass die Beurteilung für uns nicht zu streng ausfällt – der Bund müsste sonst von Gottes Seite längst aufgekündigt worden sein.
In der Gesellschaft gilt: An Recht und Gesetz muss man sich halten – aber bin ich „man“? Wenn alle anderen schön brav tun, was sie sollen, kann ich mir doch jede Freiheit nehmen, oder? Und überhaupt – wer nur genügend Geld und Macht hat, der braucht sich doch sowieso um keine Regeln zu scheren …
Manchmal kommt es mir so vor, als sei dies die neue Regel. Aber eine Gemeinschaft braucht allgemein gültige, für alle verlässliche Vereinbarungen. Das gilt in der Familie wie in der Weltpolitik.
Wenn wir als Menschen auf die Barmherzigkeit Gottes hoffen und darauf, dass der Bund trotz unserer Übertretungen hält, dann gibt uns das nicht das Recht, anderen Menschen gegenüber mit aller Macht unseren Vorteil durchzusetzen.
Als Menschenfamilie sind wir aufeinander angewiesen, auch wenn das Gebot der Nächstenliebe kein einklagbares Gesetz mit Paragraphen ist.
Ihre Prädikantin Helga Fiek
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