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Bildquelle: Wikipedia
 

Wortbrücke zum 9. Sonntag nach Trinitatis, 2. August 2026

Es gibt etwas zu entdecken!

Die Gleichnisse Jesu im heutigen Evangelium sind so anschaulich, weil sie im Alltag verwurzelt sind. Eines davon erzählt von einem Mann, der unerwartet einen Schatz auf einem Feld entdeckt. In der Antike war das alles andere als ungewöhnlich. Ohne Banken oder sichere Tresore schützten die Menschen ihren Besitz oft, indem sie ihn vergruben. Kriege, Invasionen, Krankheiten oder plötzliche Todesfälle konnten dazu führen, dass der Besitzer nie zurückkehrte und der Schatz Jahre oder gar Jahrhunderte später von jemand anderem entdeckt wurde. Solche Funde gab es im Laufe der Geschichte immer wieder, und einige der größten Schätze, die heute in Museen ausgestellt sind, wurden rein zufällig entdeckt, oder durch moderne Sondengänger. Es gibt viele Sagen um verborgene und gefundene Schätze. Bekanntermaßen auch bei unserem Dom. Eines der schönsten Beispiele ist der Fund des prächtigen Ardagh-Kelchs. Er ist eines der größten Meisterwerke frühmittelalterlicher irischer christlicher Kunst. Im September 1868 gruben zwei Jungen nach Kartoffeln auf einem kleinen Bauernhof nahe des Dorfes Ardagh in der Grafschaft Limerick in Irland. Während ihrer Arbeit stießen sie auf einen verborgenen Schatz, der unter der Erde vergraben war.

Neben dem Kelch lagen vier kunstvolle Broschen, ein bronzener Trinkbecher und mehrere andere kostbare Objekte aus dem achten und neunten Jahrhundert. Historiker vermuten, dass der Schatz während der turbulenten Jahre der Wikingerüberfälle versteckt worden war, als Klöster häufig geplündert wurden.

Jemand hatte diese heiligen Schätze sorgsam vergraben, um sie nach dem Ende der Gefahr wieder abzuholen. Doch dazu kam es nie. Der Ardagh-Kelch selbst ist wunderschön. Er ist knapp 18 Zentimeter hoch und besteht aus über 350 Einzelteilen. Gold, Silber, Bronze, Messing, Kupfer, Emaille, Bernstein und Glas wurden mit erstaunlicher handwerklicher Meisterschaft kombiniert. Zartes Filigran, kunstvolle keltische Flechtmuster und fein gravierte Ornamente bedecken die Oberfläche. Die zwölf Apostel sind um den Kelch herum eingraviert. Auch mehr als zwölf Jahrhunderte später zählt er zu den herausragendsten Werken frühchristlicher Metallkunst weltweit. Jesu Aussage im Gleichnis zielt jedoch darauf ab, dass ein noch größerer Schatz darauf wartet, entdeckt zu werden. Das Himmelreich ist wertvoller als jeder kostbare Gegenstand, so schön oder wertvoll er auch sein mag. Als der Mann im Gleichnis den Wert dessen erkannte, was er gefunden hatte, wurde alles andere plötzlich zweitrangig. Er verkaufte alles, was er besaß, freudig und nicht widerwillig, weil er wusste, dass er Geringeres gegen etwas unendlich Größeres eintauschte. Bei dem Gelehrten Alfonso el Sabio (1221-1284) ist ein Schatz eine „beziehungsintensive Metapher“, mit dem Vermögen, Mediator zu einer anderen Wirklichkeit zu werden. Es gibt etwas zu entdecken – deshalb erzählt Jesus den Menschen Gleichnisse. Die Wirklichkeit ist mehr als ihre Oberfläche, davon ist Jesus überzeugt. Und deshalb gilt es tiefer zu graben, so wie nach einem im Acker verborgenen Schatz. In der Tiefe der Wirklichkeit entdeckt Jesus für uns eine neue Welt: das Reich Gottes.

Thomas Lösche, Religionspädagoge


Geistliches

Während der Predigt wird sonntags ein Kindergottesdienst angeboten.

» Weitere Gottesdiensttermine

Gottesdienst

Sonntag, 2. August
9. Stg n.Trinitatis
10.00 Uhr DOM

ABENDMAHLSGOTTESDIENST
Pfarrer Ermano Meichsner, Berlin

Gottesdienst

Sonntag, 9. August
10. Stg n.Trinitatis
10.00 Uhr DOM

PREDIGTGOTTESDIENST
Domprediger
Jörg Uhle-Wettler

Gottesdienst

Sonntag, 16. August
11. Stg n.Trinitatis
10.00 Uhr DOM

ABENDMAHLSGOTTESDIENST
Prädikantin Helga Fiek

Gottesdienst

Montag, 17. August
16.00 Uhr DOM

Gottesdienst zum Schuljahresbeginn Ökum. Domgymnasium
Domprediger
Jörg Uhle-Wettler


Dom-Musik

» Weitere Informationen

Konzert

Samstag, 8. August
16.00 Uhr – Dom

Gastkonzert

Rundfunkjugendchor Wernigerode, Jugendbarockorchester Bachs Erben

Vesper

Samstag, 29. August
18.00 Uhr – DOM

ChorVesper
mit dem Magdeburger Domchor
Christian Otto

Konzert

Freitag, 18. September
18.00 Uhr – Dom

Familienkonzert des Domchores

mit der Domsingschule und dem Jungen Ökumenischen Chor zum Internationalen Chorfest Magdeburg

Vesper

Samstag, 26. September
18.00 Uhr – DOM

OrgelVesper
mit der Paradiesorgel
Christian Otto, Domorganist