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Wortbrücke in die Domgemeinde — Mauritiusfest — 27. September 2026
Über Leben
Im Magdeburger Dom findet man über 30 Mauritiusbilder, Reliefs oder Skulpturen. Auch das
Urkundensiegel der Domgemeinde zeigt Mauritius. Es ist gut an Männer zu erinnern, die
NEIN gesagt haben. Die Geschichte wäre eine andere geworden, wenn mehr Männer NEIN
gesagt hätten. Die Welt auch.
Die Weltgeschichte zählt meist Kaiser, Feldherren und Despoten auf. Es gibt allerdings zu
jeder Bewegung immer auch eine Gegenbewegung. Für die steht auch der Soldat Mauritius.
Er hat den Befehl verweigert, Christen zu töten. NEIN sagen verlangt Mut und Kraft, sowie
Glaubensstärke und Geduld.
Mauritius und sein Waffenträger Innocentius stehen aufrecht im Hohen Chor des Domes. Sie
stehen auf den Schultern des Kaisers, der die Todesurteile unterschrieben hat. Maximian.
Unter Mauritius rauft er sich den Bart. Unter Innocentius stützt er nachdenklich den Kopf in
seine Hände. Es ist eine steinerne Anklage an alle Mörder von Staats wegen — bis auf den
heutigen Tag. Auch Jeus, ohne den es keine Dome und Dorfkirchen gäbe, ist nicht an
Altersschwäche gestorben. Aber die, die ihm einen kurzen Prozess gemacht haben, haben
dadurch einen langen Prozess in Gang gesetzt. Bis heute bildet sich Gemeinde und vernetzt
sich - im Geist Jesu.
Fürchtete euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können.
(Matthdus 10/28)
Kaiser Konstantin hat seinen Vorgänger, Kaiser Maximian, zur Selbsttötung gezwungen, er
selbst hat Mauritius verehrt.
So sind die Zeiten. Man wird verfolgt oder verehrt. Je nachdem, wie die politische Lage
gerade ist.
Von meinem Großvater habe ich den Satz gelernt: Man muss nur lange genug leben, um
sehen zu können — dass man recht gehabt hat.
Lasst uns das Leben suchen und finden, dass mehr als überleben ist. Es sind nur wenige
Jahrzehnte.
Domprediger Jörg Uhle-Wettler
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